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Geschichte: B.i.d.K. 52 - Bin ich euer Mörder?


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 B.i.d.K. 52 - Bin ich euer Mörder?
Buch:
  Bekehrung in der Kirche
Autor:
 Karakoff (Profil)
Datum:
 11.01.2017 16:15

„Ich wusste es!“, rief Jacob zu ihm herunter.
Er strahlte Kunze erleichtert an.
Eine unendlich schwere Last schien ihm soeben von den Schultern gefallen zu sein. „Ich wusste doch, dass Sie noch leben!“
Eilig rannte er die Galerie entlang und die seitliche Treppe herunter.
Freddy folgte ihm. Auch er sah froh aus.
„Sie wissen ja gar nicht, wie lange wir schon nach Ihnen suchen!“, stieß er lachend hervor. „Aber Horschti hatte recht: Ein echter Polizist gibt niemals auf!“
Damit klopfte er dem erstaunten Horschti im Vorbeilaufen auf die Schulter.
Dann gab er Kunze als Erster die Hand.
Schließlich kam auch sein Kollege.
„Schön, dass Sie noch leben!“, begrüßte Horschti ihn. „Wo waren Sie denn die ganze Zeit? Wir haben Sie überall gesucht! Sie müssen doch was gegessen haben!“
Kunze nickte.
Er war etwas überrumpelt von diesem überschwänglichen Empfang.
Beinahe hätte er ihnen die Geschichte erzählt, doch dann fiel ihm etwas ein.
Sofort wurde sein Gesicht ernst.
„Was ist los?“, fragte Horschti erstaunt. „Sind Sie verletzt?"
„Nicht mehr“, erwiderte der Geschäftsmann und dachte an den Streifschuss.
„Was ist denn dann?“, wollte Freddy wissen.
„Naja“, begann Kunze zögernd. „Ich meine, halten Sie mich immer noch für einen Mörder?“
„Lassen Sie uns das im Wagen besprechen", entschied Horschti knapp und deutete zur Eingangstür. Kunze starrte sie an.
So oft hatte er davon geträumt, sie zu öffnen und den ersten Schritt über die Schwelle zu treten. Nun war der Zeitpunkt gekommen.
Gefolgt von den Beamten ging er auf sie zu.
Seine Hand zitterte, als er sie auf die stählerne Klinke legte, doch sobald er sie nach unten gedrückt hatte, durchströmte ihn ein Gefühl des Triumphes: Er hatte es geschafft!
Er hatte es tatsächlich geschafft!
Die Anstalt war von nun an Geschichte.
Eine Geschichte, die er irgendwann einmal aus dem Regal nehmen und ins Feuer werfen würde. Möglichst heute Abend noch.
„Wir fahren direkt zum Präsidium“, informierte ihn Freddy.
Kunze nickte abwesend und schob die Tür auf.
Vor ihm erschloss sich die neue alte Welt.
Nun war er wieder frei.
Er trat hinaus, das Lächeln eines befreiten Menschen auf den Lippen.
Das Vogelzwitscher hier draußen war beinahe laut.
Zusammen mit dem Wind säuselte es in seinen Ohren und er atmete die warme Luft des Sommers ein.
Jetzt würde alles gut werden.
Ergriffen blieb er stehen.
Die Polizisten gingen an ihm vorbei zum Wagen.
Sie öffneten die Türen, denn er hatte in der prallen Sonne gestanden.
Kunze blickte nach oben.
Seine Augen waren ihr Licht nicht mehr gewohnt, doch er war sich nicht sicher, ob das der Grund war, dass ich pausenlos Tränen über die Wangen liefen.
Eine Hand legte sich ihm auf die Schulter.
Wie in Zeitlupe wandte er sich um.
Hinter ihm stand Horschti. Traurig blickte der Beamte ihn an. „Es tut mir leid.“

Fortsetzung folgt...



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